Nach einer Blütezeit im Barock, konnten Holzblasinstrumente der gewaltigen musikalischen Entwicklung technisch lange nicht folgen. Sie erhielten die gebührende Aufmerksamkeit erst wieder Anfang des 20. Jahrhunderts durch zwei bemerkenswerte Strömungen in Paris.
1918 veröffentlicht J. Cocteau in Paris seine dem langjährigen Weggefährten G .Auric gewidmete Schrift „Le coq et l’harlequin“. Cocteau fordert in dieser Aphorismensammlung die Abkehr von Wagner und Debussy hin zu einer klaren, verständlichen, und vor allem französischen Musik.
Dieses Werk wurde zum künstlerischen Manifest der von Cocteau gegründeten „groupe des six“ und bildete mehrere Jahrzehnte lang den Grundstein moderner französischer Musik.
Zeitgleich wurden die Instrumente Oboe, Klarinette, Fagott von Pariser Instrumentenbauern entscheidend verbessert. Der technische Fortschritt hinsichtlich Tonalität, Präzision und Klangfarbe, eröffnete neue musikalische Welten.
Das Zusammentreffen dieser zwei Strömungen begründete das Entstehen der neuen musikalischen Gattung „Trio d’anches“ (Trio der Rohrblatt-Holzblasinstrumente) zu Beginn des 20. Jahrhunderts.